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Antidoping



Dossier Reform Antidoping



• Dossier Reform Antidoping  
• Kontrollsystem: Schwächen  
• Artikel Reform Antidoping • Abhängigkeit - Transparenz 
• Compliance - Regeltreue • Finanzierung Anti-Doping 
• Aufarbeitung Doping-Geschichte • Kontrollsystem: Verschlankung Dopingliste 
• Doping-Prävention • Kontrollsystem: Medizinische Ausnahmegenehmigung (TUE) 
• Whistleblowing • Kontrollsystem: Führungszeugnis 
• Athletenrechte  
• Legalisierung von Doping  
  


Finanzierung des Anti-Doping-Systems



Wieviele Gelder verschlingt der Anti-Doping-Kampf national und weltweit? Sind fehlende Ressourcen schuld daran, dass so Vieles nicht funktioniert und notwendige Reformen und Erweiterungen nicht durchgeführt werden können?

Durchforstet man die Medien der vergangenen Jahre stößt man regelmäßig auf Klagen nationaler Antidoping-Agenturen auch reicher Nationen, den dringend notwendigen Aufwand nur mühsam finanzieren zu können, aber keinesfalls für den wachsenden Aufgabenbereich gerüstet zu sein. Das trifft insbesondere auch auf die WADA zu.

 

Das Thema betrifft ebenso kleine und große Sportverbände, die sich an Anti-Doping-Programmen beteiligen müssen, sei es durch eigenen Aufwand für Kontrollen und Verfahren der Sportgerichtsbarkeit, sei es durch Präventionsmaßnahmen und Zahlungen an die Anti-Doping-Agenturen.

 

Zu den am häufigsten geäußerten Kritikpunkten insbesondere von Athlet*innen-Seite gehören die Unterschiede nationaler und verbandsintrner Anti-Doping-Gegebenheiten. Deutsche Athleten z.B. beklagen immer wieder die unfairen Bedingungen, da sie einem wesentlich strengeres Kontrollsystem unterworfen seien als viele ihrer Konkurrenten. Sei es aufgrund der Whereabout-Erfassungen, der Häufigkeit und Organisation von Trainings- und Wettkampfkontrollen, der Präventionsmaßnahmen oder der vorhandenen hoch modernen Analyselabore. Solche Unterschiede müssen nicht auf fehlende Finanzielle Mittel zurück gehen, dürften es aber in vielen Fällen sein. Bedenkt man wie schwierig es über Jahre war und ist, für die deutsche NADA ausreichend Gelder zu beschaffen, wird klar, dass in vielen anderen vor allm wesentlich ärmeren Ländern die Finanzierung von Anti-Doping-Strukturen kaum oben auf deren Prioriätenliste steht.

 

Das Problem verschärft sich in dem Maße wie den Anti-Doping-Organisationen neben den klassischen Aufgaben zusätzliche aufgebürdet werden. Das klassische Kontrollsystem ist an seine Grenzen gekommen. Jetzt geht es zunehmend auch darum, nicht allein den Sportler zu überführen, sondern die Strukturen, innerhalb denen er agiert aufzudecken und damit mitverantwortliche Personen wie Trainer, Ärzte, Funktionäre zur Verantwortung ziehen zu können. Dazu müssen die vielfältigen neu auftauchenden Substanzen identifiziert und die Wege der Dopingmittel in den Sport nachverfolgt werden. Hierzu bedarf es neuer Methoden und Kompetenzen. Weitreichende Ermittlungen müssen von Anti-Doping-Instanzen selbst durchgeführt und Berichte verfasst werden. Sichere Einrichtungen für Whistleblower sind unabdingbar. Um nur einige moderne neue Anforderungen zu nennen. Hierzu werden qualifiziertes Personal und beste technische Ausrüstung verlangt. (DLF, Günter Younger 17,1,2018)





Fritz Sörgel, 17.7.2017:
Einen Geldbetrag zu nennen ist schwer, insbesondere global gesehen. Der Betrag muss ja auch eine gesellschaftliche Akzeptanz haben, die theoretisch über die Politik geliefert werden sollte. Nur ist die Politik durch das hohe Interesse der Bevölkerung an Erfolgen im Leistungssport längst korrumpiert. Kein Politiker lehnt sich gegen diese Zustände auf, sondern zeigt sich lieber selbst mit Helden und Siegern.

Hajo Seppelt, 17.7.2017:
Ich würde die Wada mit deutlich mehr Geld und Macht ausstatten, die Sportverbände aber aus der Finanzierung rausnehmen. Dazu braucht es ei- ne Selbstverpflichtung des Sports, dass von den Milliarden an Sponsorengeldern, die fließen, ein kleiner, aber fester Prozentsatz in den Kampf gegen Doping und Korruption investiert wird. Ansonsten müsste der jeweilige Verband die Zulassung zu Olympischen Spielen verlieren. Der Einfluss von Sportorganisationen auf den Anti-Doping-Kampf muss aufgrund des offenkundigen Interessenkonflikts stark reduziert werden.
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Gleichzeitig muss externe Hilfe in Anspruch genommen werden. Die großen Agenturen kommen nicht mehr ohne Unterstützung staatlicher nationaler und internationaler Behörden wie Zoll und Polizei bis hin zu Interpol aus. Wie die dadurch anfallen Kosten jeweils bilanziert und abgerechnet werden, wäre sicherlich interessant zu wissen. Dabei kann die Frage gestellt werden, wie sinnvoll es ist, öffentliche Gelder für Fahndungsmaßnahmen und, Beispiel Deutschland, Schwerpunktstaatsanwaltschaften für Doping-Ermittlungen auszugeben, wenn gleichzeitig entsprechender Mängel zu anderen gesellschaftlichen Brennpunkten bestehen.

 

Die Gefahren, die einem Anti-Doping-System, das unabhängig agieren sollte, durch finanzielle Abhängigkeiten drohen, sind offensichtlich. Geldgeber möchten etwas für ihre Finanzierung zurück erhalten. Sie machen Auflagen, die nicht unbedingt etwas mit dem hehren Ziel eines Doping freien Sports zu tun haben. Wer finanziell knapp ist, kann oder muss sich leicht auf zweifelhafte Absprachen einlassen oder ist erpressbar. Der Korruption sind Tür und Tor geöffnet. Diese Gefahr der Abhängigkeit von Geldgebern besteht letztlich immer, insbesondere wenn es sich dabei um große und mächtige wie den Staat, Sportverbände, siehe FIFA und IOC, und wichtige Sponsoren handelt.

Korrumpierbar sind Anti-Doping-Akteure auch dann, wenn sich abzeichnet, dass finanzkräftige Sportler*innen bereit sein werden, im Falle von Sanktionen einen langen juristischen Weg einzuschlagen, an dessen Ende womöglich Entschädigungszahlungen stehen. Ist solches absehbar, könnte schon früh eingelenkt und weg gesehen werden.

 

Angesichts der komplexen Problematik verwundert es nicht, dass der Ruf nach mehr Geld, nach einer ausreichenden und stabilen Finanzierung der nationalen und internationalen Anti-Doping-Strukturen laut ist. Einigkeit besteht weitgehend darin, dass dringlich vermehrt international vernetzte, transparente und vor allem unabhängige Strukturen geschaffen werden müssen.

 

Es gibt jedoch auch Stimmen, die das Problem der Finanzierung anders interpretieren und vieles für Augenwischerei halten. Das Anti-Dopingsystem sei in seinem Aufbau und der zugrunde liegenden Philosophie falsch aufgestellt. Das Problem liege damit nicht in der Finanzierung. Im Gegenteil. Das System neige dazu, sich selbst zu stärken und immer weiter auszubauen. Die eingeworfen Gelder dienten hauptsächlich dazu, eine Anti-Dopng-Industrie aufzubauen und am Leben zu erhalten, das ursprüngliche Ziel der Bekämpfung des Dopings im Sport spielte dabei nur noch eine Nebenrolle. Als ein Beweis wird angeführt, dass trotz immer höherem Personal-, Kontroll- und Analyseaufwands die Zahl der überführten Sportler*innen konstant gering bliebe obwohl davon auszugehen sei, dass die tatsächliche Dopingrate um ein vielfaches höher liegt.

 

 



Finanzierung von Anti-Doping-Instanzen - Beispiele



WADA

WADA appeal for increased funding, 20.6.2016

 

Olivier Niggli, Generalsekretär der Welt-Anti-Doping-Agentur, FAZ 22.2.2018:

Wie viele Doping-Verfahren wurden durch Whistleblower angestoßen bislang?

Unsere Investigativabteilung hat viele wertvolle Informationen erhalten. Daraus wurden nicht immer Doping-Verfahren, aber zum Teil wurden die Informationen mit Informationen. Wir können gar nicht mit jeder einzelnen umgehen, wir müssen die Abteilung ausbauen.

 

Wie viele Leute arbeiten dort?

Sechs. Ich möchte, dass es dieses Jahr acht werden und dann schnell zehn bis zwölf, damit sie regional arbeiten können. Unser neues Compliance-Programm läuft auch, das ist eine große Veränderung. Wir schauen die Praxis an, nicht nur, ob die Regeln in Ordnung sind.

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Im Pound-Bericht aus dem November 2015 geht hervor, dass Pound ein Gefühl hatte, dass es ein Doping-System gab, aber erst Rodtschenkow hat das Ausmaß klargemacht. Und wir haben drei oder vier Tage nach dem Artikel in der "New York Times" McLaren beauftragt. Ich denke nicht, dass wir Dinge verschleppt haben. Und wir haben uns nie in die Untersuchungen eingemischt. Wir haben bezahlt, das war teuer, und wir haben sie ihren Job machen lassen.

 

Wie viel haben Sie ausgegeben?

Viereinhalb Millionen Dollar für beide Untersuchungen. Das System hat funktioniert.



Antoine Duval vom niederländischen Asser Institute sprach sich für eine erhöhte und abgesicherte Finanzierung der Anti-Doping-Instanzen aus (Play the Game, 27.9.2016):

 

If it is to be more than a ‘Paper Tiger’, WADA needs to be properly funded, in particular to match the scope of its massive compliance tasks. This necessity has been very much emphasised in the recommendations of the McLaren Report and in recent discussions. The paralysing question is then, who is supposed to pay for this? Everybody seems to agree that more resources are needed to properly run the World Anti-Doping System, but nobody is willing to pay for this.

 

In fact, the answer is not straightforward as it is extremely difficult to have a proper overview of who (Sports Governing Bodies (SGBs) or national States) is currently financing what in the world anti-doping system. Undoubtedly, the International Olympic Committee (IOC) and the States share equally the burden of financing WADA, but it is way less clear on whose shoulders the financial burden for national anti-doping testing predominantly lies. More research will be needed to allocate fairly the financial effort linked to the needed reforms.

 

With this in mind it is proposed that:

- The States and the IOC commit to doubling their contributions to WADA’s budget;

- The SGBs commit to financing 50% of the costs incurred by National Anti-Doping Agencies (NADOs) and laboratories for collecting and analysing samples;

- WADA and UNESCO order a joint report on the financing of world anti-doping system.

 

 



Deutsche NADA

- Am Beispiel der Deutschen NADA kann über die Jahre nachvollzogen werden, wie wenig Verbände und Sponsoren bereit waren, sich an der Finanzierung zu beteiligen. Dieser Kampf dauert an. Im November 2017 wurde bekannt, dass mindestens drei Verbände, der Leichtathletikverband DLV, die Triathlon-Union DTU und der Bund Deutscher Radfahrer BDR in Zukunft weniger zahlen möchten. Nach dem geltenden Schlüssel müssen den Beitragsanteil von Hochrisikosportarten einzahlen. D.h. die 9 Verbände dieser Gruppe zahlen mehr als Hälfte der Verbandszahlungen (spiegel.de, 22.11.2017).

Alle drei Verbände und Antragssteller wurden vor neun Jahren in die Risikogruppe 1 eingestuft und müssen mehr in die Nada-Kasse zahlen. Spitzenreiter ist der DLV mit 142.124 Euro jährlich. Dies ist ein Anteil von rund 14,2 Prozent der 50 Beitragszahler. Der BDR bezahlt mit 107.763 Euro die zweithöchste Summe vor der DTU und dem Deutschen Schwimm-Verband mit jeweils 60.477 Euro.

 

Der seit 2008 bemühte Verteilungsschlüssel des Beitrages des Sports zur Nada-Finanzierung stehe in "keinerlei Zusammenhang mehr mit der aktuellen Situation" sowie den Wettkampf- und Trainingskontrollen, lautet die Begründung für den Antrag. Der Verteilungsschlüssel müsse "in Gänze hinterfragt" werden. Denn die Zahlen der Doping-Kontrollen hätten sich seit 2008 ebenso verändert wie die Risikoeinschätzung der Doping-Gefährdung einer Sportart, die Entwicklungen der Verbände beim Kampf gegen Sportbetrug nicht einbeziehen würden.

 

- Silke Kassner, Mitbegründerin des Verein 'Athleten Deutschland' und Athletensprecherin des DOSB Stuttgarter Zeitung, 18.7.2017):

Das Budget ergibt sich durch die Aufgaben, welche die Wada, die nationalen Anti-Doping-Agenturen, die Forschung und die Kontrolllabore zu erfüllen haben. Eine fixe Zahl zu nennen, ist nicht möglich, da diese Gesamtinvestition bisher nicht erhoben wurde. Als Athleten sind wir nach wie vor der Meinung, dass sich alle Anspruchsgruppen im Sport am Anti-Doping-Kampf beteiligen müssen. Dazu zählen neben den Sportverbänden, den Regierungen, den nationalen Anti-Doping-Agenturen auch die Unternehmen, die als Partner und Sponsoren des Sports enorme Vermarktungsmehrwerte generieren. Bisher werden in Lizenz- und Vermarktungsverträgen keine Anteile an das Anti-Doping-Management geleistet. Als Wirtschaftspartner im Sport muss man sich für den sauberen Sport entscheiden. Wenn nicht jetzt, wann dann?

 

 



UKAD, Britische Anti-Doping-Agentur



Anti-doping enforcement coming under more and more scrutiny, sports lawyer says:
Andrew Mitchell of Pinsent Masons, the law firm behind Out-Law.com, said there have been a number of recent cases where athletes have raised a legal challenge against doping violations they have been charged with, or associated bans from competition.
In some cases the athletes have been successful, he said, with the issue as ever being a hot topic within sport. ... The costs may dissuade some athletes – particularly those from less affluent or semi-professional sports – from raising a challenge, although we can expect a rise in these types of cases where more high-profile athletes are involved," he said.
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UKAD erhält zusätzliche £6 Millionen von der Regierung. Damit erhöht sich der Haushalt um mehr als 50 %. Das wurde nötig, durch die langwierigen Untersuchungen im Fall Team Sky um Bradley Wiggins und den Britischen Radsportverband. Zudem fordert das Verfahren mit Boxer Tyson Fury eine hohen finanziellen Einsatz (The Guardian, 30.1.2018):

Ukad will receive the £6.1m, spread over the next two years after a review of its operations by the government’s department of culture, media and sport. Ukad, which currently receives around £5.5m a year, feared last year it would be bankrupt by a long-running battle with Tyson Fury.

 

It worried that the boxer, who tested positive for a banned steroid in June 2016, might sue for loss of earnings after he was sidelined for two years claiming the adverse result came from eating uncastrated wild boar. His annual earnings were roughly equal to Ukad’s entire yearly budget.

 

Ukad’s limitations, both financial and investigative, were exposed by their probe into a mystery Jiffy bag delivered to Bradley Wiggins at the Critérium du Dauphiné in 2011. The investigation, which Ukad said was hampered by British Cycling, had to be closed last year due to a lack of evidence. It hopes the increased funding could also be bolstered by legal powers to compel people of interest to cooperate with the investigation, something the DCMS is currently exploring.

 

Siehe auch Boxing News, UKAD spent nearly £600,000 fighting Tyson Fury , 9.2.

 



Costa Rica

Costa Ricas Radsport hat ein Dopingproblem. Es fehlen aber sowohl dem Verband als auch der Anti-Doping-Agentur die finanziellen Mittel, umfassendere Maßnahmen zu ergreifen. (VeloNews, 27.2.22018):

Juan Manuel Gonzalez was elected president, and Javier Munich was elected as vice president.

 

... The new board was greeted by a $55,000 deficit, and no money to organize the Vuelta Femenina UCI 2.2, a race that was to be held 30 just days after the election.

 

In the previous two years, the federation operated with an annual budget of just $150,000, funded in part by the Costa Rican national government. That cash did not go far — the budget for the Vuelta a Costa Rica alone is $200,000.

 

“The money we receive doesn’t come close to covering what we need,” Munich said. ...

Financial matters were not the sole goal of the new administration. Munich said that anti-doping was a major focus, specifically at the Vuelta a Costa Rica. Three weeks following the race, the new board contacted Dr. Cristian Moraga, a Costa Rican physician and member of the UCI’s Anti-Doping Commission, for guidance. How could an under-funded federation battle doping at the country’s biggest race? Moraga recommended both in- and out-of-competition controls through the biological passport program while adding more controls at other races.

 

Charged with overseeing Costa Rica’s anti-doping efforts is the Comision Nacional Anti-Dopaje de Costa Rica (CONADCR). Munich said that most race organizers of Federation-accredited races only paid for four basic urine controls at for each stage. Cost is an issue, he said, as is the fear that a positive doping test could reflect negatively on the race.

 

But the new administration was intent on boosting the anti-doping controls. The Federation had just $10,000 to pay for drug tests at the Vuelta — barely enough to cover the basics of a major race of that size. So the federation reached out to Alba Quesada, who was president of the Costa Rica Institute of Sport. Munich explained that added tests for the Vuelta a Costa Rica would cost an additional $40,000. ...

Initially, Quesada granted $12,000 to the federation but added another $18,000 just three days later, Munich said. ...

 

The infusion of cash boosted the testing pool significantly. For the 2017 event, the federation was able to conduct 40 mandatory urine tests, as well as 20 surprise urine tests and 25 surprise blood tests. All of the tests were conducted by the UCI, and the Cycling Anti-Doping Foundation (CADF).

 

 



Kritische Stimmen



Perikles Simon, Sportmediziner Universität Mainz



Stuttgarter Nachrichten, 17.7.2018:
Was wäre Ihre erste Maßnahme als Doping-Bekämpfer?
Perikles Simon: Die komplette Zurückweisung jeglicher finanzieller Zuwendung an die Wada durch internationale Sportorganisationen, wenn diese Zuwendungen an eine Beteiligung der Organisationen am Anti-Doping-Kampf gekoppelt sind.

Perikles Simon tritt für umfassende Reformen ein. In vielen Bereichen des Anti-Doping-Systems sieht er tief sitzende Probleme und Fehlentwicklungen (Stuttgarten Nachrichten, 17.7.2017):

Die brauchbare Ineffektivität der Wada ergibt sich notwendigerweise aus ihrer Organisation nach dem Stakeholder-Prinzip, bei dem derjenige Mitspracherecht im Anti-Doping-Kampf erhält, der zahlt. Besonders kritisch ist dabei, dass der olympische Sport, der insgesamt die Hälfte zahlt, die Geschicke der Wada komplett steuert – weil die Staaten der Welt, die die andere Hälfte beisteuern, sich nicht organisiert bekommen, um dem olympischen Sport auch nur einen Hauch Mitspracherecht abzuringen. Das IOC ist alleiniger Lenker der Wada. In dieser Situation ist es unerheblich, wie viel oder wie wenig Geld in die Wada fließt. Das Geld sollte eher als eine Art Steuer (0,5 Prozent) auf grundsätzlich alle Geschäftsverträge (Transferzahlungen, Sportlergehälter, Werbeverträge, Werbungskosten und so weiter) des organisierten Sports erhoben werden. Hiervon könnten zum Beispiel auch alle Laborinfrastrukturmaßnahmen, alle staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen im Spitzensport oder alle Überwachungs- und Absicherungsmaßnahmen durch Polizeikräfte in Stadien bezahlt werden. Der Steuerzahler, der von all diesem Unfug ohnehin nichts hält, würde hierdurch entlastet werden. Die Kosten fielen dort an, wo sie hingehören.

 

 



Carsten Martensen und Verner Møller, Aarhus Universität Dänemark

Carsten Martensen und Verner Møller stellten 2016 eine Studie vor, in der sie der Behauptung der Anti-Dopng-Agenturen, einschließlich WADA, ihnen würden ausreichende finanzielle Mittel von den Vertragspartnern verweigert, nachgingen.

Wissen wollten sie insbesondere ob 1. ob mehr Finanzmittel zu vermehrten Aufdeckung von Dopingfällen führten und 2. wenn dies nicht der Fall ist, wie könnte die Forderung nach mehr finanzieller Unterstützung anders erklärt und verteidigt werden?

Als Ergebnis stellten sie fest, dass die vorliegenden Daten den Schluss zulassen, dass kein Zusammenhang bestett zwischen einem wachsenden Budget und wachsenden Aufklärungsquoten. Das heißt allerdings nicht, dass die Ausgabe von mehr Mittel mit Verschwendung gleichzusetzen wäre. Mit dem Geld würden vermehrt Tests und damit mehr Analysen ausgeführt was wiederum zum Ausbau von Laboratorien und insgesamt auf allen Ebenen des Anti-Doping-Systems zu einem signifikanten Anstieg an Jobs führen würde. Weltweit würde sich damit ein stabiler eigener Wirtschaftszweig entwickeln.

More money has generally led to more tests, and despite the meagre outcome in form of more adverse analytical findings the procedure is still significant in that it keeps laboratories busy and thus contributes to job creation. The same is true for the NADOs. It does not seem to make any practical difference what they do, but we can see that the number of employees in this field is growing. Thus, it is safe to say that anti-doping contributes directly to the increase of the gross domestic product in countries around the world. The transportation and logistics required in relation to the work is another positive factor to the same effect. It might be argued against this claim that possibly anti-doping personnel might make stronger economic contributions to society in other industries, but our point is that these other industries will appoint the number of people they need regardless of anti-doping, so anti-doping has in any case made a positive contribution to job creation and GDP. So, even if it seems hard to argue that anti-doping is contributing positively to secure fair play and clean athletes right to participate in doping free sport, it does definitely a lot of good for a lot of people who have an outcome directly from it or in the many form of services it requires.

 

Genaueres ist hier: More money – better anti-doping? zu finden.

 

 







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Monika, März 2018


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