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L'Etape du Tour 2008 von Checker, Andi & Co.



1. Tag, 28.06.2008: „Schnuppertour“ durch den Schwarzwald

• Strecke: Kirchzarten - Freiburg - Schauinsland (1.182m) - Todtnau - Belchen (1.359m) - Wiedener Eck - Stohrenstraße - Schauinsland - Kirchzarten

• Gesamt-km: 96 km

• Gesamt-hm: 2.490 hm

 

Streckenverlauf (Landkarte)



Einrollen im Schwarzwald...

Ein nicht unbeträchtlicher Anteil an Zeit in einem 6-Mann-1-Wohnmobil-Radurlaub muss der allgemeinen Organisation zugute kommen, wenn nicht gleich das große Chaos ausbrechen soll. Und die Synchronisation der individuellen Vorbereitungsabläufe ist am ersten Tag naturgemäß auch noch ausbaufähig. Dementsprechend zeigt die Uhr bereits 10:30, als wir endlich zu unserer ersten Radtour aufbrechen.

 




Die Spiele können beginnen...





lockeres Einrollen...

Die Highlights des Schwarzwaldes hatten wir uns vorgenommen: Schauinsland, Belchen und – noch einmal Schauinsland. Aber der Reihe nach:

Bei bestem Sommerwetter rollten wir zunächst gemütlich über Stegen und Ebnet nach Freiburg. Diese etwa 10 flachen Kilometer genügten bereits, den Wunsch nach Höhe gewinnenden Straßen ins beinahe Unermessliche steigen zu lassen, und der Abzweig zum Schauinsland war auch schnell gefunden.

 





Es geht Richtung Schauinsland...

Auf den ersten Kilometern sind die Gradienten noch vernachlässigbar, aber als am rechten Straßenrand ein 12%-Schild zu erblicken war, kamen die Bergübersetzungen dann doch sehr früh zum Einsatz (btw: 4 von 6 Gruppenmitgliedern fuhren Kompaktkurbeln, einer dreifach – lediglich der Verfasser traute sich mit der klassischen Heldenkurbel in die Steilwände).

Ein wenig nachdenklich stimmte mich die Tatsache, dass ich bereits hier den 27er Rettungsanker auswarf. Aber so ließ sich die Rampe nun einmal deutlich angenehmer überwinden.

 



 

In der Folge pegelte sich die Anstieg jedoch bei angenehmen 6-8% ein, und ich fuhr Seite an Seite mit Andi vergnügt durch dichten Wald nach oben. Von hinten rückte Konrad langsam näher, aber als er nur noch 10 Meter Abstand hatte, beschleunigten wir mal kurz. Basti war kurz dahinter, Corny und Geralf ließen sich etwas mehr Zeit. Bald lichtete sich der Wald und es offenbarten sich lohnenswerte Ausblicke nach Freiburg und Richtung Rhein. Da uns die Steigung nur mäßig forderte, vertrieben Andi und ich die Zeit mit Levi-Leipheimer-Imitationen. Dadurch bemerkten wir kaum, dass 3 km vor dem Pass Basti mit gewaltigem Tritt von hinten angeschossen kam. Also Kette aufs große Blatt geworfen und treten! Der flachere letzte Abschnitt des Anstiegs ließ ein ordentliches Tempo zu, und ehe wir uns versahen, waren wir auch schon oben. Schöner Rollerberg, ideal zum Warmfahren!

 




Andi mit kraftvollem Tritt!





Aufstieg zum Belchen...

 

Rasant ging danach die Fahrt hinunter nach Todtnau, wo ich wahrscheinlich leuchtende Kinderaugen bekam beim Anblick der monströsen Sommerrodelbahn. Leider ließen wir diese links liegen und bahnten uns den Weg nach Utzenfeld, wo der zweite große Anstieg des Tages zum Belchen begann. Bei durchschnittlich 7,1% auf 11,4 Kilometern, langen Abschnitten mit >8% und grobem Asphalt Marke „Pyrenäenstandard“ rollte es hier schon nicht mehr so leichtfüßig wie am Schauinsland. Leichte Verwirrung schlich sich zudem ein, als an der Talstation der Belchenbahn plötzlich die Straße endete. Aber eine genauere Inspektion des anschließenden Schotterweges brachte dann doch Gewissheit, dass es noch weitergeht.





Ein freundlicher Anschieber...

Auf den letzten Kilometern zum Belchenhaus gab es einige lustige und sinnlose Attacken, bevor ich mich mal kurz als Indurain aufspielte und wieder Ordnung ins Geschehen brachte.

Die Aussicht vom Belchen war herrlich, zumal das Wetter sich von seiner besten Seite zeigte. Die Frage der Pausengestaltung bot leider wenig Raum für Kompromisse: die überzeugten Pausenverweigerer (Andi, ich ) mussten sich den Befürwortern (warmer) Mittagsmahlzeiten (Rest) unterordnen. So bekam Geralf seine Pommes, Corny sein Schinkenbrot und viel Zeit… – und wir alle einen guten Blick auf die hübsche Bedienung. Dann hat sich die eine Stunde Pause ja doch gelohnt.

 





gleich oben am Belchen



Aussicht vom Belchen




Es ging nun wieder zurück bis zum Abzweig der Belchen-Gipfelstraße, danach erneut einige Höhenmeter bergauf durch idyllisches Hinterland, schließlich bergab zum Wiedener Eck und weiter ins Münstertal. Die donishäusle-peso-Abkürzung habe ich nicht getestet, sondern lediglich respektvoll betrachtet . Genussvoll rollten wir durch die großzügigen Serpentinen und Kurven der Wiedener Ecke-Passstraße hinab, ehe die abzweigende Straße auf knapp 600 Meter Meereshöhe zum Abbremsen zwang. Die Stohrenstraße und damit die 2. Bezwingung des Schauinsland am heutigen Tag warteten.

Wobei „Bezwingung“ hier durchaus wörtlich zu nehmen ist. Keine guten Erinnerungen habe ich an diese dreifache Mur de Huy, und die Tatsache, dass ich mit einer Übersetzung von 39:27 auskommen muss, stimmt mich nicht gerade hoffnungsvoller. Hätte ich doch auch auf kompakt umgerüstet...

 




Blick nach Wieden...





Attacke von Geralf am Stohren!

Es geht los, die Straße beginnt gemäß Erinnerung mit erträglichen Gradienten. Der Belag ist neu, davon hatte ich gelesen. Geralf, der den ganzen Tag im Grupetto unterwegs war, zeigt nun plötzlich Ambitionen und fährt vorneweg. Nur langsam gewinne ich Meter um Meter zurück. Die Straße neigt sich nun stärker, die Kadenz sinkt rapide, das Wohlbefinden auch. Verstohlene Blicke auf den CM: 13, 16, 15%. Jeder kämpft jetzt für sich allein, gegen die Steigung, gegen die Hitze.

Geralf ist immer noch vorn, in Zeitlupe kämpfe ich mich heran. Von „Stil“ kann hier keine Rede mehr sein, ich wuchte mich und mein Rad nach oben. Endlich bin ich bei Geralf – der trotz Kompaktkurbel scheinbar nicht weniger leidet. Ich quäle mich vorbei, die nächste Wand wartet schon und lässt mich aus dem Sattel gehen. Jetzt liegt Geralf leicht zurück, ich durchfahre eine Rechtsserpentine – uff, die ist ganz innen ja 30% steil! Danach wird mir klar, dass ich beim diesem Überholvorgang doch leicht übertrieben habe, denn aus dem roten Bereich komme ich bis zum Ende des Steilstücks nicht mehr heraus. Verbissen kämpfend halte ich mich vorn, das Flachstück in Richtung Gieshübel ist wie eine Erlösung. War wieder ein harter Brocken, die Stohrenstraße! Aber irgendwie hat sie ihren Charakter verloren: vor 6 Jahren noch ein abweisendes, schmales, leidlich asphaltiertes Waldsträßchen, ist sie heute tadellos ausgebaut (augenscheinlich haben auch einige Bäume am Straßenrand dran glauben müssen). Es mag sonderbar klingen, aber das hat mich fast ein wenig enttäuscht.

 



Zurück zum Spiel: nachdem alle in Gieshübel angekommen waren, kämpften wir uns die letzten Höhenmeter durch die Baustelle zur Schauinslandstraße hinauf. Dort konnten wir frohlocken, denn vor uns lag jetzt lediglich noch die Abfahrt über Hofsgrund zurück nach Kirchzarten, welche dem ein oder anderen Teilnehmer fast 90 km/h bescherte. Nach dieser schwindelerregenden Schussfahrt war unser ansehnliches Tagespensum erfüllt. Tolle Tour!

 

P.S. noch vor dem Duschen wurde der nächste 90 €-Einkauf getätigt. Solche Strapazen auf dem Rad machen schließlich hungrig.

 




Am Storen - fast oben!



Blick nach Hofsgrund...




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