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Tour de France 1913




 

 

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>>> Fotos der Etappen 8 - 15

 

 















einige Daten



Startflagge 1903 - 1913
The Horton Collection

 

29. Juni - 27. Juli 1913

15 Etappen

14 Ruhetage, jeweils nach einem Renntag

Streckenlänge gesamt : 5388 km

Durchschnittsgeschwindigkeit: 27,625 km/h

Fahrer am Start: 140

Fahrer im Ziel: 25

 

 

Teams (51 Fahrer):

la Francaise (8) - Alcyon (8) - Peugeot (8) - Griffon (4) - Armor (2) - J.B. Louvet (7) - Automoto (8) - Liberator (4) - Labor (2)

Fahrer ohne Team/die 'Isolierten' : 109 Fahrer

 

Peter Bohm war als einziger Deutscher am Start. Er gab während/nach der 7. Etappe auf.

Ausführlichere Daten sind hier zu finden.

 




Die Tour gestaltete sich von Anfang an schwer. Bereits nach der 4. Etappe hatte sich das am Start 140 Männer zählende Feld auf 61 reduziert. In Paris kamen nach 29 Tagen noch 25 Kämpfer an.

 

Wie ein Jahr zuvor zeigte sich recht bald, dass die belgischen Fahrer das Geschehen wesentlich mitbestimmen, wenn nicht gar dominieren würden. Am Ende der Tour hatten sie insgesamt 10 Etappensiege errungen. 6 davon gingen allein auf das Konto von Marcel Buysse, der in überragender Form war und die Tour wohl in der 9. Etappe am Estereil verloren hatte, als er durch den Bruch seines Lenkers über 3 Stunden einbüßte - ziemlich genau die Zeit, die ihm am Ende fehlte.





Der Glückliche

Danach war diese Rundfahrt geprägt durch das Duell Philippe Thys - Lucien Petit-Breton (Portrait). Bis zur vorletzten Etappe hatten die Franzosen die Hoffnung nicht aufgegeben, dass ihr Liebling, der Toursieger von 1907, seinen Erfolg wiederholen könnte. Dem taktisch versierten und angriffslustigen Franzosen war es durchaus zuzutrauen, dass er den beachtlichen Zeitrückstand von 1 Stunde auf der letzten Etappe noch wettmachen konnte, zumal Pannen und Unfälle an der Tagesordnung waren. Diese ereigneten sich dann auch, nur erlitten beide Fahrer, Thys und Petit-Breton, Missgeschicke. Thys hatte einen Unfall mit einem Motorrad, konnte aber weiterfahren, Petit-Breton musste nach einem Sturz aufgrund einer Knieverletzung aufgeben.



Organisatorisches / Kosten:

Es gab zwei Kategorien von Fahrern: die Teamfahrer, Profis, die einem Firmenteam angehörten, das unter dem Namen eines Sponsors am Start war. Und die Isolierten (Isolés), Einzelfahrer ohne Vertrag, höchstens mit einem Reifenhersteller.. Die beiden Grupppen wurden im Endklassement getrennt gewertet und bezahlt.

 

Teamfahrer:

Von 1904 bis 1913 betrugen die Preisgelder (Siegprämie für Etappen und Gesamtklassement) im Durchschnitt 35 000 Fr (1913: 36 100 Fr).

Die Siegerprämie betrug 5 000 Fr, der zweite bekam 2 000 Fr

- im Allgemeinen verdoppelte der Team-Sponsor (Fahrradhersteller) die gesamte Summe, die der Sieger eingefahren hatte (durchschnittlich ca. 10 000 Fr), der Reifenhersteller gab davon noch einmal die Hälfte hinzu. Insgesamt ergaben sich für den Sieger ca. 25 000 Fr, die meist noch ergänzt wurden durch eine Anstellung beim Sponsor oder entsprechenden Firmen.

- der Zweit- oder Drittplazierte konnte je nachdem wieviele Etappensiege er erzielt hatte, mehr Prämien bekommen, allerdings gab es von Sponsorenseite meist nichts. Im Allgemeinen konnte der Zweitplacierte mit ca. 8 000 Fr rechnen.

 

Auf den 5 344 000 km der Tour 1913 musste ein Fahrer im Durchschnitt 1 Million Pedaltritte pro Bein absolvieren.

Bei 25 000 Fr Prämie brachte ein Tritt einen Sous ein.





Isolierte / Individuelle:

Preisgelder gab es für die ersten 6 Plätze des Isolé-Klassements:

1200, 800, 500, 200, 50 Fr

Die Etappenpreisgelder für die ersten drei Plätze betrugen: 100, 50, 30 Fr

150 Fr sollte jeder Isolierte am Ende der Tour bis 1912 mindestens gewonnen haben, so die Vereinbarung. Wem dies nicht gelungen war, erhielt die fehlende Summe vom Veranstalter - umgelegt auf Pedaltritte bedeutete dies, dass ein erfolgloser Einzelfahrer für 20 Sous 13 000mal treten musste.

Da dies so gut wie nichts war, hatte man 1913 die Summe auf 300 Fr erhöht. Ein Isolierter hatte damit ein Tageseinkommen von mindestens 10 Fr. Die Isolierten mussten allerdings unterwegs während der Tour für alle Kosten wie Unterkunft, Kleidung, Nahrung und Ausrüstung selbst aufkommen.

 

Den Organisatoren der Zeitschrift l'Auto kostete eine Tour ca. 60 000 Fr, plus Preisgelder kamen ca. 10 000 Fr zusammen.

 

Die Teamsponsoren kamen für alle Kosten ihrer Fahrer während der Tour auf. 1912 musste der Sponsor des Siegerteams dafür 73 000 Fr bereit stellen. Der Werbeeffekt wurde jedoch schon damals hoch eingeschätzt. Die wichtigsten Teams verkauften pro Jahr 35 000 bis 70 000 Fahrräder. Umgerechnet kamen so auf ein verkauftes Rad zusätzliche Werbekosten von 1 bis 2 Fr.




Kosten, die für die Tour de France von 1903 bis 1913 angefallen sind.



 

Gegenüber den Vorjahren wurden neue Regelungen eingeführt:

- Zum einen wurde das Punktesystem, mit dem die Rangliste der Fahrer ermittelt worden war, abgeschafft. Ab sofort zählte allein die Zeit.

- Desweiteren wurde versucht zu verhindern, dass es zu einer Massenankunft im Ziel kam. Alle in einer Gruppe ankommenden Fahrer, unabhängig von der Position, erhielten dieselbe Zeit festgeschrieben. Bei einer erstne Gruppe bis zu 8 Fahrern wurde das gesamte Etappenpreisgeld gleichmäßig unter die Fahrer aufgeteilt. War die Gruppe größer, ging die Hälfte des Preisgeldes an die U.V.F. (Union Vélocipédique Française), die andere Hälfte ging zu gleichen Teilen an alle Konkurrenten der Gruppe.

- Teammitglieder durften sich jetzt offiziell gegenseitig unterstützen, so z. B. gemeinsam versuchen einem Zurückgefallenen wieder den Anschluss zu ermöglichen (das zumindest meinte Lucien Petit-Breton). Reparaturen waren damit nicht gemeint.

 

Zum ersten Mal verlief die Route von Westen nach Osten mit den Pyrennäen als erste zu überwindende Berge vor den Alpen.



Gesamtwertung

1. Philippe Thys (BEL) (Peugeot), 197 h 54 min 00s

2. Gustave Garrigou (FRA) (Peugeot), + 8 min 37s

3. Marcel Buysse (BEL) (Peugeot), + 3 h 30 min 55s

4. Firmin Lambot (BEL) (Griffon), + 4 h 12 min 45s

5. François Faber (LUX) (Peugeot), + 6 h 26 min 04s

6. Alfons Spiessens (BEL) (J.B. Louvet), + 7 h 57 min 52s

7. Eugène Christophe (FRA) (Peugeot), + 14 h 06 min 35s

8. Camillo Bertarelli (ITA) ( - ), + 16 h 21 min 38s

9. Joseph Van Daele (BEL) (J.B. Louvet), + 16 h 39 min 53s

10. Émile Engel (FRA) (Peugeot), + 16 h 52 min 34s






Camillo Bertarelli (ITA), bester Einzelkämpfer (Isolé), 8. des Gesamtklassements






Sieger Philippe Thys (BEL)



Gustave Garrigou (FRA) (und Francois Faber (LUX))



Marcel Buysse (BEL)



Quellen

La Vie en Grand Air

Memoire du Cyclisme

wikipedia.fr

letour.fr

 

von Maki, Juni 2011


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