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Deutsche Ärzte und Doping




Historie westdeutscher/gesamtdeutscher Sportärzte



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weitere DDR-Mediziner


Anmerkung, Quellen und Lesetipps



Anmerkung

Die vorgenommen Zusammenstellung zur Rolle, die westdeutsche Sportmediziner ab der 60er Jahre des letzten Jahrhunderts in Bezug auf Doping einnahmen, bezieht sich auf den gesamten deutschen Sport. Die meisten Informationen liegen zur Leichtathletik vor. Die ausgewählten Informationen sind Bruchstücke, herausgelöst aus dem Gesamtkontext, dem komplexen Beziehungsgeflecht aus politischen und persönlichen Interessen, Abhängigkeiten, Wissen und Überzeugungen.

>>> kleine Historie zur Rolle der westdeutschen Sportärzte





Grenzgänge:
70er Jahre, ein deutscher Arzt arbeitet für ein Profiradteam, auch als Leistungsdiagnostiker. Ein franz. Fahrer fährt regelmäßig mehr als 1000km hin und zurück, um in der Praxis Leistungstests zu machen. Nachhause fährt er mit einer Reihe von Medikamenten, deren Zusammensetzung er nicht kennt. Die Zusammenarbeit mit dem Arzt, vor allem während der Rennen, hatte zu einem guten Vertrauensverhältnis geführt. Die Betreuung war erstklassig. "Er stellte große Spritzen bereit, 20cc. Damit konnte man rollen ohne anzuhalten. Er mietete ein Hotelzimmer, damit es diskret blieb und spritzte ganz langsam in die Vene. Das brachte uns durcheinander, es kotzte mich an. Aber es ging vorüber und danch fffff!."
((6), S. 215)

Aber vielleicht gibt der Text doch einen Überblick über die historischen Entwicklungen, die leicht vergessen werden. Nicht von ungefähr wird der Ruf nach einer Aufarbeitung der Vergangenheit immer lauter. Denn nur so wird zu verstehen sein, was gegenwärrtig in vielen Bereichen abläuft. Jahrzehntealte Strukturen, Gewohnheiten, selbstverständlich gewordenen Praktiken und Denkweisen lassen sich nicht schnell und einfach verändern, schon gar nicht, wenn mit dem zur Verfügung stehenden Personal vesäumt wurde, die eigene Vergangenheit glaubwürdig aufzuarbeiten.

 

Die Sportärzte wurden im Laufe der Jahre immer wichtiger für den Hochleistungssportbetrieb. Und auch die großen Dopingskandale sind eng mit Ärzten verbunden. Sie müssen sich daher gefallen lassen, besonders kritisch hinterfragt zu werden - national und international. Da finden sich viele Parallelen.



Quellen und Lesetipps

 

(1) Singler, A./Treutlein, G: Doping im Spitzensport,Sportwissenschaftliche Analysen, Auflage 2006

 

(2) Singler, A./Treutlein, G: Doping - von der Analyse zur Prävention

 

(3) Hobermann, John, Menschliche Maschinen, 1994

 

(4) Berendonk, Brigitte: Doping, 1992

 

(5) de Mondenard, Jean-Pierre, Dictionnaire du Dopage

 

(6) Brissonneau et al.: L'Épreuve du dopage, 2008

 

(7) Meutgens, Ralf: Doping im Radsport, 2007

 

(8) Latzel, K./Niethammer, L. (Hg.): Hormone und Hochleistung; darin u.a.:

A. Singler, G. Treutlein: Doping in der Bundesrepublik Deutschland...

J. Braun: "Dopen in Deutschland" Die Diskussion im vereinten Sport 1990-1992

 

28.9.1977 Sachverständigen-Anhörung vor dem Sportausschuss des Dt. Bundestages 'Leistungsbeeinflussende und leistungsfördende Maßnahmen im Hochleistungssport

 

14.10.1987 Sachverständigen-Anhörung vor dem Sportausschuss des Dt. Bundestages 'Humanität im Spitzensport





George Orwell, 1948:
"Ernsthafter Sport hat nichts mit Fair play zu tun. Er ist verknüpft mit Haß, Neid, Angebertum und der Mißachtung aller Regeln."
(Link)

NZZ, 12.10.2006: Singler: Die «praktische Toleranz» im Spitzensport

 

FAZ, 2.2.2009: Doper, vereint Euch

 

die Zeit, 5.12.1969: Berendonk, Züchten wir Monstren?

 

der Spiegel, 30.3.1970: Hilfe durch Hormone

 

der Spiegel, 2.8.1976: Noch diesseits

 

der Spiegel, 30.8.1976: Kraft durch Spritzen

 

der Spiegel, 4.4.1977: Bißchen Damenbart

 

die Zeit, 13.5.1977: Kampf dem Doping

 

der Spiegel, 22.2.1982: Unheimliche Angst

 

der Spiegel, 4.10.1982: Unglaubliche Angst

 

die Zeit, 27.7.1984: Doping, Doping über alles

 

der Spiegel, 3.10.1988: "Der liebe Gott wird sie schon strafen"

 

der Spiegel, 26.3.1990: "Das Zeug hat mich wild gemacht"

 

der Spiegel, 27.8.1990: "Ohne das Zeug geht es nicht"

 

der Spiegel, 10.12.1990: "Das muß man nehmen"

 

der Spiegel, 24.2.1992: "In ganz kurzer Zeit tot"

 

der Spiegel, 22.2.1993: Schlimme Finger

 

die Zeit, 13/1998: Seit 1990 schmückt sich der Westen mit den Sportlern aus DDR−Produktion. Ihre Schöpfer stehen nun vor

Gericht.

 

 

Im Februar 2009 veröffentlichte die Zentrale Ethikkommission bei der Bundesärztekammer folgende Stellungnahme 'zur Wahrung ethischer Grundsätze in der Medizin und ihren Grenzgebieten':

>>> Doping und ärztliche Ethik



einige Artikel, die sich mit der Rolle der Sportärzte befassen

Brissonneau: die Rollen der Mediziner
Brissonneau: Ärzte im Zwiespalt 2
Escande, J.-P. - Mediziner und Dopingexperte
Garnier, Alain (WADA) - Ärzte
Lowenstein: Sport und Kokain
Lowenstein: Sucht, Medizin und Dopingprävention
Mühlethaler: Mediziner als Trainer
Simon, Perikles - Mediziner und Dopingforscher
Singler: Deutsche Mediziner und Doping
Treutlein: Doping und Sportmedizin - 1974 bis 1993
Ärzte im Zwiespalt

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