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Rhein-Tour 2004 (von der Quelle bis zu den Rheinfällen)



 

Eingangstext       Tage 1-4       Tage 5-9       Tage 10-12

 

 



Tag 5

Von Chur aus knickt der inzwischen schon zu einem stattlichen Fluss angewachsene Rhein nordwärts ab Richtung Bodensee. Das erste Stück aus Chur heraus ist etwas hektisch und führt durch die Ausläufer von Chur und Gewerbegebiete, bevor man dann spätestens in Zizers wieder einen wunderschönen Abschnitt der Rheintour erreicht: Auf herrlichen Wegen etwas abseits des Rheins geht es in einem ständigen Auf und Ab durch Weinberge. Am Ende dieses kleinen Abstechers in die Rebstöcke gelangt man in den Heidi-Ort Maienfeld.

Obwohl nur ca. 20 km von Chur entfernt, haben wir den idyllischen Ort für unsere nächste Übernachtung genutzt, da dieser Tag der einzige wirklich heftige Regentag während unserer Tour sein sollte. Übernachtet haben wir in einem tollen Privatzimmer bei Herrn und Frau Wittwer (direkt vom freundlichen Bahnhofsvorsteher vermittelt). Wir hatten ein recht großes altes Gewölbezimmer mit eigenem Kachelofen für uns. Weitere Pluspunkte waren das frische selbstgebackene Brot beim Frühstück sowie der hauseigene Brunnen vor dem Haus, wo man herrlich frisches Brunnenwasser für die Fahrt auffüllen konnte. Die mehr als freundliche Art der Gastgeber ist fast überflüssig zu erwähnen, denn wir haben die Menschen in der Schweiz eigentlich durchgehend als unheimlich freundlich und angenehm stressresistent empfunden. In Maienfeld haben wir obligatorisch dem original Heidi-Dorf einen Besuch abgestattet (fanden wir allerdings nicht so fürchterlich lohnenswert, eher wäre schon die Wanderung hoch zur Original-Alm des Original-Alm-Öhis erquickend gewesen, aber das liebe Wetter....). Den Tag beendet haben wir dann mit dem Genuss von sehr köstlichem Maienfelder Rotwein aus der Umgebung (aus einem urigen Weinladen erworben, wo man beinahe schon genötigt wurde, Wein und Brot zu kosten), was zusammen mit einem frischen Landbrot und Unmengen von Gruyère und Appenzeller ein äußerst delikates und nicht mal teures Abendessen bot.





Ein Wegweiser...

Tag 6

Kurz hinter Maienfeld trifft der Rheinradweg wieder auf seinen angestammten wässrigen Begleiter. Bis kurz hinter Vaduz, der Hauptstadt des Fürstentums Liechtenstein, geht es direkt am Rhein bzw. auf dem Rheindamm entlang. Ein kurzer Abstecher nach Vaduz hinein lohnt sich durchaus, denn die Stadt ist zwar recht klein und verschlafen, mit dem hoch über dem zentralen Platz der Stadt thronenden Schloss sowie einigen netten Cafés in der Fußgängerzone stellt sich jedoch eine sehr relaxte Atmosphäre ein. Kurzum, ein schöner Stopp für ein 2. Frühstück oder so was in der Art, zudem kann man dann seine persönliche Liste der besuchten Hauptstädte Europas um einen Exoten erweitern...

 

Hinter Vaduz führt der Radweg westlich weg vom Rhein ins Hinterland (zumindest der offiziell ausgeschilderte Weg, denn alternativ könnte man durchaus bis zum Rheindelta weiter direkt auf dem Rheindamm fahren, und zwar auf beiden Seiten des Flusses). Wir sind jedoch brav dem offiziellen Weg gefolgt und haben es nicht bereut, denn bald kommt man hinter Buchs auf ruhige und beschauliche Wege, die durch Felder und an kleinen Bach- und Flussläufen vorbei führen. Die zu Beginn der Tour noch imposanten steilen Berghänge rechts und links des Flusslaufes beginnen spätestens hier deutlich flacher zu werden und weiter auszulaufen, was jedoch nicht minder schöne Landschaften entstehen lässt. Vor allem die vielen Bergalmen mitsamt der weidenden Kuhherden auf den Berghängen haben richtige Bilderbuch-Szenarien hingezaubert, wie man sie sich von der Schweiz vorstellt. Beim gemütlichen Radeln durch solche Kulissen ist dann der hektische Arbeitsalltag ganz weit weg!



Nachteilig in diesem Abschnitt des Rheines ist jedoch die sehr bescheidene Auswahl an günstigen Unterkünften. Dies lag sicherlich zum Großteil daran, dass dieser Teil ein wenig im Niemandsland zwischen den beiden attraktiven Polen des hochalpinen Stückes (bis Chur) im Süden und dem Bodensee im Norden liegt. Wir sind teilweise durch mehrerer Orte hintereinander gefahren, ohne eine einzige nette Übernachtungsmöglichkeit zu finden. Da wir zudem zwar nur leichten, aber doch beständig-nervenden Gegenwind hatten, zog sich das letzte Stück ganz schön hin (an dieser Stelle sei noch mal das 2. Frühstück in Vaduz empfohlen, damit die Laune nicht durch einen Hungerast noch schlechter wird...).

 

Letztendlich sind wir etwas weiter als geplant geradelt, bis kurz hinter Oberried, wo uns dann jedoch eine wieder einmal tolle Unterkunft belohnt hat: Übernachten auf dem Bauernhof bei Familie Kuratli in Kobelwies. Wir sind eher zufällig anhand eines kleinen Wegweisers am Radweg auf die Kuratlis gestoßen. Der kleine Abstecher ca. 2 km vom Radweg weg hat sich aber mehr als gelohnt, denn wir haben zum einen unglaublich günstig übernachtet (Doppelzimmer für 35 Franken), zudem konnten wir kostenlos den Wintergarten + Fernseher (in Zeiten der Fußball-EM sehr wertvoll!) des benachbarten nicht besetzten Ferien-Appartements mitnutzen. Außerdem konnte man ein regelrechtes Sammelsurium an Tieren bewundern, wie es sich für einen richtigen Bauernhof gehört (vom Pferd über Esel bis Ziege und Hängebauchschwein war so ziemlich alles vertreten, vom obligatorischen Hund ganz zu schweigen). Ebenfalls Bauernhof-gerecht war das Frühstück: frisch gebackenes Brot aus dem eigenen Backhaus im eigens dafür angefeuerten Holzofen gebacken, dazu frische Milch und weitere Leckereien.

 




Zwischen Buchs und Oberried



Tag 7

Dermaßen frisch gestärkt konnten wir uns am nächsten Tag auf den Weg zum "Schwäbischen Meer" machen (wobei wir ja zunächst gar nicht an das schwäbische Ufer des Bodensees kommen sollten). Nach beinahe unbemerktem Überqueren der schweizerisch-österreichischen Grenze auf dem Rheindamm kurz vor dem Rheindelta gelangten wir schließlich endlich an den Bodensee. Dass wir nun in Österreich waren, zahlte sich bei der Suche nach günstigen Übernachtungen sofort aus. Selbst in den winzigen Orten im Rheindelta gab es eine Vielzahl von günstigen Privatzimmern zur Auswahl. Wir sind schließlich in einem annehmbaren Privatzimmer in Fussach gelandet.

 

Die relativ frühe Ankunft hat uns die Möglichkeit geboten, noch einen schönen Tagesausflug ohne Gepäck durch das Naturschutzgebiet Rheindelta bis nach Bregenz zu machen. Dabei hatte uns das Radeln durch die schöne Natur des Rheindeltas noch besser gefallen als das Ziel an sich, obwohl Bregenz sicherlich auch eine ganz ansehnliche Stadt ist. Allerdings nicht so überragend, dass man sich hinterher schwere Vorwürfe machen müsste, nicht dort gewesen zu sein...

 

Tage 8+9 (inkl. Aufenthalt Romanshorn/Ausflug St. Gallen)

Auch die Fortsetzung der Radtour am nächsten Tag führte uns zu Beginn durch das Rheindelta, diesmal durch den westlichen Ausläufer. Auch hier waren wir schnell dem Reiz dieser Landschaft erlegen, die im Morgenlicht noch faszinierender wirkte als ohnehin. Nach einigen Schlenkern und Aufs und Abs im Hinterland des Bodensees gelangt man in Rorschach wieder ans Wasser. Von Rorschach geht es dann fast durchgehend mehr oder weniger direkt am See entlang, zumeist auf angenehm befahrbaren Uferpromenaden (lediglich in Horn ist ein sehr kurzer Abschnitt auf der Straße). Leider hatten wir zwar trockenes Wetter, aber es war nicht übermäßig warm, sonst hätte man sicherlich eines der zahlreichen Strandbäder nutzen können (von daher ist eine Tour in den klassischen Sommermonaten Juli und August noch empfehlenswerter, allerdings haben uns die auch im Juni schon anzutreffenden einzelnen Riesengruppen an Radlern in etwa einen Vorgeschmack davon gegeben, wie voll es dann wohl im Hochsommer auf den Radwegen aussehen wird...). Auf dem Weg nach Romanshorn, unserem Etappenziel, kommt man durch mehrere nette kleinere Orte, in denen man in bester Aussichtslage vor dem See Rast machen kann.

 

Romanshorn ist zwar der größte Hafenort auf schweizerischer Seite, viel Interessantes hat der Ort allerdings auch nicht unbedingt zu bieten (positiv soll hier aber erwähnt werden, dass wir entgegen unserer Befürchtungen ausgerechnet am Bodensee die billigste Übernachtung der gesamten Tour in Anspruch genommen haben: sensationelle 30 Franken pro Peron in einem gemütlichen kleinen Dachzimmer bei Familie Saurer, vom Preis-Leistungs-Verhältnis absolut empfehlenswert! Auch der Fernseher war wieder ein erfreulicher Pluspunkt....die Fußball-EM halt...).

Von Romanshorn gibt es ganz gute Zuganbindungen in das schweizerische Hinterland, was für Ausflüge durchaus von Vorteil ist. So haben wir einen "Ausflugstag" eingelegt und sind mit der Bahn nach St. Gallen gefahren. Wie so ziemlich alle Schweizer Städte, die wir bisher kennengelernt haben, ist auch St. Gallen äußerst schön und atmosphärisch. Blöderweise waren wir an einem Sonntag da, so dass die Altstadt doch etwas ausgestorben wirkte und man auch keinen Bummel durch die teilweise sehr interessanten kleinen Läden machen konnte. Dafür hatten wir dann die Zeit, um mit dem bewährten Postbus noch etwas weiter ins Hinterland zu fahren:

 

Nach Stein in die Appenzeller Schaukäserei. In der Käserei wird vor den Augen der Besucher der original Appenzeller-Käse hergestellt. Man kann als Besucher von einer Empore den Vorgängen unten in der Käserei zuschauen, wobei diverse Schautafeln die einzelnen Herstellungsschritte erläutern. Das Geheimnis der Appenzeller-Herstellung muss man sich somit größtenteils selbst erschließen (d.h. es gibt keine klassische Führung mit Erläuterungen und Besichtigung der Räumlichkeiten), was aber wiederum den schönen Nebeneffekt hat, dass es kostenlos ist. Um einmal den gesamten Käsungs-Prozess mitzuerleben (von der Gerinnung über die Pressung bis zur Entnahme der riesigen frischen Käselaibe), muss man jedoch ein wenig Geduld mitbringen (ein Zyklus dauert über 1 Stunde), was angesichts fehlender Sitzplätze auf die Dauer doch etwas anstrengend und unspektakulär ist... Zur Abwechslung und Stärkung kann man dann sein gespartes Eintrittsgeld im obligatorischen Käse-Shop in frischen Appenzeller in allen Varianten investieren und am besten gleich frisch genießen!



 

Weiter geht´s mit den Tagen 10-12...


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