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Henri Mayer


Name:  
Henri Mayer 
Spitzname: 
der Hannoveraner (zur Vermeidung von Verwechslungen mit den anderen Meyers) 
Geburtsdatum:  
16. Januar 1878 
Geburtsort:  
Hannover 
Wohnort:  
Hannover 
Nationalität:  
Deutscher 
Familienstand:  
verheiratet 
Fahrertyp:  
Flieger 
 
Berufsfahrer 1899 - 





Portrait


Henri Mayer begann spät mit dem Radsport, 1899 zeigte er sich zum ersten Mal als Amateur, wechselte aber schnell zu den Professionals. Zuvor soll er sich als brillanter Fußballspieler ausgezeichnet haben. Schon im ersten Jahr gelangen ihm 37 Siege, einmal bereits über Arend und Franz Verheyen in Darmstadt.

 

Am Liebsten hielt er sich offenbar in Frankreich auf, wo ihm besonders 1904 glänzende Siege gelangen. Er widmete sich viel dem Tandemfahren und hatte dabei häufig Walter Rütt als Partner, mit dem er sehr erfolgreich war.

 

H. Mayer wird beschrieben als schnell, couragiert, zäh, den eine Niederlage nicht ruhen ließ bis die Scharte ausgewetzt war. Er galt als liebenswürdiger, heiterer Mensch, "der gern seinen humoristischen Scherz macht."

 





Reed gegen Henri Mayer
Der Start der beiden Sieger im Grossen Preis von Paris 1904


Gronen/Lemke beschreiben ein 'denkwürdiges Match', das 1906 zwischen Poulain und Mayer in Paris Publikum und Kampfrichter erzürnte: 

Gabriel Poulain tritt gegen Henri Mayer im Sprint an, Poulain gewinnt den ersten Lauf, Mayer den zweiten, ein Entscheidungslauf - "belle" genannt - muss gefahren werden. "Vom Start weg bleiben beide Fahrer, auf ihren Rädern balancierend, stehen; nach 20 Minuten Stillstand hat Mayer Defekt, ein neuer Start wird angesetzt. Erneuter Stillstand und nach weiteren zwanzig Minuten hat Mayer abermals Defekt! Wiederholung des Starts! Diesmal führt Poulain bis zur ersten Kurve, dann bleibt der Franzose stehen und Mayer verharrt bewegungslos an seinem Hinterrad; er belauert Poulain fünfundzwanzig Minuten, dann verliert der Franzose die Geduld und fährt im Schritttempo bis zur nächsten Kurve, um nun zweiundvierzig Minuten regungslos zu verweilen. Dann entschließt sich Poulain, bis ausgangs der Kurve zu fahren, um erneut fünfundvierzig Minuten abzuwarten, wie Mayer auf diesen "Schachzug" reagiert. Und tatsächlich wird Mayer zunehmend nervöser, er jongliert auf seiner Maschine hin und her und hat schließlich zum dritten Mal Defekt! Die Zuschauer machen nun nicht mehr mit; sie pfeifen, randalieren und gehen enttäuscht nach Hause. Inzwischen ist der Reifenschaden behoben, und das "Rennen" wird erneut gestartet. Sofort bleiben beide Fahrer stehen und rühren sich dreißig Minuten nicht vom Fleck. Nun gehen auch die Kampfrichter heim. Poulain und Mayer einigen sich daraufhin auf ein Remis und teilen sich die 2000 Franken Siegerprämie redlich."

 





Die Weltmeisterschaften in Brüssel
Henri Mayer protestiert gegen die Entscheidung des Zielrichters Carozzi

1910 kommt es zu schweren Zerwürfnissen zwischen der UCI und den deutschen Verbänden. Anlass war eine Fehlentscheidung des italienischen Zielrichters Carozzi, der in einem Zwischenlauf den Franzosen Friol vor seinen deutschen Gegner Henri Mayer plazierte. Friol errang anschließend den Titel vor Ellegaard. Die deutschen Verbände protestierten und zogen alle deutschen Fahrer aus der WM zurück. Als dann die UCI Partei für Carozzi ergriff, traten sie aus der UCI aus. Erst 1912 kam es zwischen den zerstrittenen Parteien zu einer Einigung. 





Endlauf des Grossen Preises von Paris-Prinzenparkbahn, 26. Juni 1904
Henri Mayer - Ellegard - Rütt
der Start



Endlauf des Grossen Preises von Paris-Prinzenparkbahn, 26. Juni 1904
Henri Mayer - Rütt - Ellegaard
das Finish


Quelle:

Sport-Album der Radwelt, 3., 4., 9., 11., 12. Jahrgang

W. Gronen/W.Lemke, Geschichte des Radsports 1987



Ergebnisse:

1899

37 erste Preise

1903

auf deutschen Bahnen erreichte H. Mayer 1903 auf dem Niederrad 2 erste, 6 zweite, 2 dritte Plätze, auf dem Mehrsitzer waren es 3 erste Plätze, 1 zweiter und ein dritter Platz. 

 

Auf ausländischen Bahnen waren es auf dem Niederrad 18 erste, 19 zweite, 6 dritte Plätze; 3 erste Plätze und jeweils einen zweiten und dritten Platz waren es auf dem Mehrsitzer.

 

Zwischen den Jahren 1896 und 1903  führt er die Liste der erfolgreichsten deutschen Fahrer auf ausländischen Bahnen mit 39 Siegen, 31 zweiten und 19 dritten Plätzen an.

1904

1. Platz G.P. von Paris

1. Platz G.P. von Angers

1. Platz G.P. von Arras

1. Platz G.P. von Antwerpen

1. Platz Europäisches Fliegerkriterium, Paris-Buffalo

Sieger Match H. Mayer- Lawson, Paris-Buffalo

Sieger Match H. Mayer-Jacquelin, Paris-Buffalo

2. Platz Osterpreis der Prinzenparkbahn, Paris 

2. Platz G.P. von Nantes

2. Platz G.P. von Hannover

3. Platz Weltmeisterschaft

Insgesamt soll er 1904 mit dem Niederrad auf ausländischen Bahnen  12 Siege, 12 zweite, 13 dritte Plätze und 1 vierten Platz errungen haben; hinzu kamen 9 erste und 5 zweite Plätze auf dem Mehrsitzer.

1905

1. Platz Grosser Eröffnungspreis, Paris-Buffalo

1. Platz Grosses Hauptfahren, Paris-Winterbahn

1. Platz Grosser Osterpreis, Paris-Prinzenpark

1. Platz Fremdenpreis, Paris-Municipal

1. Platz Match der Nationen, Paris-Buffalo

1. Platz Fremdenpreis, Paris-Municipal

1. Platz G.P. der U.V.F.1. Platz G.P. , Vichy

 

(...)

 

1909

1. Platz G.P. von Cholet

1. Platz Hauptfahren, Berlin-Zoo 

2. Platz G.P. von Rennes

3. Platz Grosser Winterpreis, Berlin-Zoo

 

Finanziell gesehen war er in den Jahren 1905-1909 hinter Rütt der erfolgreichste deutsche Flieger. 

 

(...)

 

1911

Auf deutschen Bahnen gelangen ihm 1911 19 erste, 8 zweite, 5 dritte und 5 vierte Plätze auf Einsitzer; 8 erste, 2 zweite Plätze sowie ein dritter Platz auf Zweisitzer. Damit lag er an neunter Stelle der Rangliste.

 

In der Siegerliste der größeren deutschen Flieger-Rennen taucht der Name Henri Mayer aber nicht mehr auf.

Bei den ausländischen Bahnen wird er nicht mehr aufgeführt.

 

Bei den erfolgreichsten deutschen Fliegern zwischen 1907 und 1911 wird er auf dem dritten Rang geführt.

 

© Cycling4fans

Januar 2005


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