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Fritz Ryser


Name:  
Fritz Ryser 
Geburtsdatum:  
26.5.1873 
Geburtsort:  
Huttwyl, Kanton Bern 
Todesdatum: 
13.2.1916, Berlin 
Nationalität:  
Schweizer 
Fahrertyp:  
1897 - 1900 Straßenfahrer 
 
1900 - 1914 (?) Dauerfahrer 





Portrait


Fritz Ryser war bereits 24 Jahre alt, als er sein erstes Straßenrennen bestritt. Aus der Anonymität trat er ein Jahr später 1898 mit seinem Sieg in der Fernfahrt Zürich - Baden-Baden. Nun begann er sich auch für die Bahn zu interessieren. 1899 gewann er die 100 km-Meisterschaften der Schweiz auf der Straße und auf der Bahn. Fortan war er nur noch auf der Rennbahn zu finden.

 

1900 stellte er einen 100 km-Rekord ohne Schrittmacher auf. Karl Käser lehrte ihn das Fahren hinter den Maschinen und schnell konnte der Schweizer kleinere Erfolge einfahren. Mit Käser als Partner bestritt er im Dezember 1900 das New-Yorker-Sechstagerennen, wo das Paar den 4. Platz belegte.

 

Sein Trainings-Domizil verlegte Ryser nun nach Berlin-Friedenau. Hier engagierte er die Tandemmannschaft Thormann-Wolf als Schrittmacher, mit deren Hilfe er sehr erfolgreich Rennen fuhr.





*

Ryser scheint vom Pech verfolgt gewesen zu sein, so ist zu lesen. 1904 soll ein Unfall ihn ziemlich demotiviert zu haben, er zog sich aus dem Radrennsport zurück und begann in der Automobilbranche einem Beruf nachzugehen. Doch er hielt hier nur ein Jahr aus. Ein weiteres Missgeschick warf ihn kurz danach wieder zurück. Er gab aber nicht auf und kämpfte sich langsam und zäh ab 1907 wieder in die forderte Reihe der Steher.

 

1908 wurde sein erfolgreichstes Jahr mit dem Gewinn der Weltmeisterschaft. "Zum ersten Male in seiner langen Rennfahrerkarriere fuhr Ryser ein von Zwischenfällen freies Rennen und schlug zum Erstaunen der ganzen Sportwelt die Spezialisten hinter der 20 cm-Rolle im Kanter. Bruni, Vanderstuyft und Parent kamen hinter dem Schweizer ein, dessen Sieg einen Beifallssturm entfesselte, wie er selten auf einer Rennbahn erlebt woren ist."

Doch bereits eine Woche später stürzte der Fahrer in Erfurt wieder und fiel für lange Zeit aus. Danach kam es in Düsseldorf zu einem schweren Unfall, in dem sein Schrittmacher zu Tode kam.

 

1909 war Ryser Teil der Berliner Rennbahnkatastrophe des 18. Juli auf der Radrennbahn im Sportpark "Alter Botanischer Garten". "Gerade eben noch hatte Henri Contenet das Rennen angeführt, hinter ihm John Stol und Fritz Ryser, ein Stück weiter zurück Arthur Stellbrink. Nach etwa 20 Kilometern wollte Ryser seinen Kontrahenten Stol überholen. Als sie etwa auf gleicher Höhe waren, rutschte der Schrittmacher des Holländers aus - entweder weil an seiner Maschine ein Reifen platze oder weil er angerempelt wurde -, er kam ins Schleudern und stürzte gemeinsam mit dem Radfahrer. Im nächsten Moment raste das Tandem der beiden Ryser-Schrittmacher in die Unfallstelle und wurde in das Publikum geschleudert. Beim Aufprall an der Barriere explodierte der Motor.

"Auf der Kurvenplatzseite brennt lichterloh ein Motorwagen, Motorräder und Rennfahrer überstürzen sich, einzelne von ihnen fliegen wie abgeschossene Kanonenkugeln auf den Sandplatz des Innenraumes. Motorräder und Fahrräder sausen die Bahn herab, die Zuschauer springen bleich und aufgeregt von ihren Sitzen, ein Moment ratloser Bestürzung herrscht unter den Tausenden von Zuschauern", berichtet ein Augenzeuge dem "Berliner Tageblatt" später." (Tagesspiegel, 28.1.2007






Ryser gewann mit Schwarzer zusammen die Weltmeisterschaft. Wenig später, am 30. August 1908, starb Josef Schwarzer in Düsseldorf in einem Rennen als Schrittmacher für Fritz Ryser. *



Quelle:

Sport-Album der Radwelt, 7. Jahrgang, 1909

u.a.

* Bilder von Steffen Schulze zur Verfügung gestellt - vielen Dank !

 

von Maki, Dezember 2008



Ergebnisse:

1898

1. Platz Fernfahrt Zürich - Baden-Baden

 

1899

Schweizer Straßen-Meister 100 km

Schweizer Bahn-Meister 100 km

 

1900

4. Platz Sixdays New York

 

1901

1. Platz 12-Stunden-Rennen Köln

3. Platz WM 100km, Berlin

3. Platz EM Steher, Leipzig

 

1902

2. Platz GP von Magdeburg

 

1903

1. Platz GP von Magdeburg

(...)

 

1906

1. Platz Gr. Westfaliapreis, Sieger im Std.rennen, Dortmund 1.7.

 

1907

2. Platz Bavaria-Preis, München

2. Platz 300-Kronen-Rennen, Spandau

2. Platz Goldpokal, München

2. Platz GP von Nürnberg

 

1908

1. Platz Meisterschaft von Preußen, Breslau

1. Platz WM 100km, mit Josef Schwarzer

1. Platz Gr. und Kl. Sommerpreis Plauen, 5.8.

 

1909

1. Platz Großer Deutscher Steherpreis, Köln

1. Platz Großer Herbstpreis, Steglitz

1. Platz Silberner Kranz von Dortmund, 03.10.

1. Platz Großer Preis von Europa, Köln 10.10., 100 km

2. Platz Großer Frühjahrspreis, Plauen

2. Platz GP der Plauener Industrie

2. Platz Goldenes Rad vom Rhein, Cöln

 

Er gewann auf deutschen Bahnen 12 erste, 10 zweite, 5 dritte und 3 vierte Preise.

Ryser führte die Geldrangliste der ausländischen Fahrer für 'Gewinne bis 1000 Mark auf deutschen Bahnen' an.

 

1910

1. Platz GP von Nürnberg

1. Platz Großer Sommerpreis, München

1. Platz Robl-Memorial Magdeburg 28.08., 30 km

2. Platz Preis vom Großen Garten, Dresden

2. Platz Internationale Meisterschaft, Steglitz

3. Platz Großer Frühlingspreis, Steglitz

3. Platz Großer Frühlingspreis, Leipzig

3. Platz Goldpokal, Köln

3. Platz Meisterschaft von Europa, Dresden

3. Platz Großer Herbstpreis, Nürnberg

 

Ryser gewann auf deutschen Bahnen 4 erste, 9 zweite, 5 dritte und 9 vierte Preise.

Ryser belegte in der Geldrangliste der ausländischen Fahrer für 'Gewinne bis 1000 Mark auf deutschen Bahnen' den 3. Rang.

 

1911

1. Platz Goldenes Rad, Hannover

1. Platz Bavaria-Preis München, 28.05

2. Platz GP von Elberfeld, Barmen

3. Platz Goldenes Rad, Zehlendorf

3. Platz GP von Frankfurt, Frankfurt a. M.

3. Platz GP der Stadt Dresden

 

Ryser gewann auf deutschen Bahnen 4 erste, 3 zweite, 8 dritte und 9 vierte Preise.

Ryser belegte in der Geldrangliste der ausländischen Fahrer für 'Gewinne bis 1000 Mark auf deutschen Bahnen' den 3. Rang.

Nach den hochgerechneten Geldpreisgewinnen der Jahre 1907 - 1911 war Fritz Ryser hinter Paul Guignard der erfolgreichste ausländische Dauerfahrer.

 

1912

1. Platz 20 / 40 km Frankfurt /Oder, Pfingsten

1. Platz Görickepreis, Plauen, 50 km, Juni

2. Platz Goldenes Rad von Hannover, 05.05., 100 km

4. Platz Preis der Nationen, Berlin-Olympia

4. Preis Jimmy-Michael-Preis, Berlin-Olympia

4. Platz GP von Erfurt

4. Platz Goldenes Rad von Dresden

 

1913

2. Platz Großer Sommerpreis Plauen

2. Platz Goldpokal von Nürnberg

3. PLatz Goldenes Rad von Nürnberg

3. Platz Robl-Preis, Dresden

3. Platz GP von Essen

4. Platz Großes Goldenes Rad, Magdeburg

4. Platz Großes Goldne Rad, Cöln

 

1914

2. Preis Großer Maipreis, Chemnitz

3. Platz Großer Frühlingspreis, Plauen

3. Platz Großer Herbstpreis, Treptow

 

1915

1. Platz Meisterschaft der Neutralen

1. Platz Preis von Kowno

1. Platz Preis von Brest-Litowsk



Interessante Links und Artikel

1909 Berlin, Feuer auf der Radrennbahn (Tagesspiegel, 28.1.2007)


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